
Was kostet ein Shopware 6 Shop 2026?
Ein Shopware-6-Shop kostet 2026 netto typisch 25.000–60.000 €, sobald B2B-Preislogik und ein Custom Theme dazugehören; ein D2C-Shop ohne komplexe Integration liegt bei 12.000–25.000 €, ein Shop mit angebundener Warenwirtschaft bei 35.000–80.000 €. Shopware-Lizenz, Hosting und Zahlungsgebühren kommen in jedem Fall obendrauf und werden nicht an die Agentur gezahlt. Die Migration historischer Daten rechnen wir nach Aufwand, weil die Datenqualität im Altsystem den Umfang bestimmt (Stand: September 2026).
· Aktualisiert: · 13 Min. Lesezeit · David De Matteo
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- ·Richtwerte netto: Shopify-D2C 12.000–25.000 €, Shopware 6 im B2B 25.000–60.000 €, Shop samt ERP-Integration 35.000–80.000 €.
- ·Nicht im Entwicklungsangebot enthalten: Shopware-Lizenz beziehungsweise Abo, Hosting, Zahlungsgebühren, gekaufte Erweiterungen und Wartung ab 150 € monatlich.
- ·Größter Einzeltreiber nach oben sind Konfiguratoren und Marktplatz-Anbindungen, größtes Überraschungsrisiko ist die Migration historischer Daten.
- ·B2B-Preislogik mit Preisgruppen, Staffeln und kundenindividuellen Konditionen ist der Punkt, an dem Baukastenlösungen ausscheiden.
- ·In Bayern kann der Digitalbonus bis zu 50 % der Kosten tragen, Standard bis 7.500 €, Plus bis 30.000 € — Antrag zwingend vor der Auftragserteilung.
Die Preisfrage lässt sich erst beantworten, wenn klar ist, welche Art von Shop gemeint ist. Hinter dem Wort Onlineshop stecken drei verschiedene Projekte: ein D2C-Store, der ein überschaubares Sortiment an Endkunden verkauft, ein B2B-Shop, der Fachkunden mit eigenen Konditionen bedient, und ein konfigurierbarer Shop, der gar keine feste Artikelnummer verkauft, sondern eine Rechnung aus Maß, Material und Menge. Diese drei Projekte sehen von außen ähnlich aus und unterscheiden sich im Aufwand um ein Mehrfaches.
Der Unterschied zwischen D2C und B2B ist deshalb kein Aufschlag auf dieselbe Leistung, sondern eine andere Software. Ein D2C-Shop zeigt einen Listenpreis; die Arbeit steckt in Marke, Produktseite und Checkout. Ein B2B-Shop muss Preisgruppen, Staffelpreise, kundenindividuelle Konditionen, Nettodarstellung und Freigaben für angemeldete Fachkunden beherrschen, und jede dieser Regeln muss gegen echte Beispielrechnungen aus der Buchhaltung geprüft werden. Ein falscher Preis fällt im B2B nicht beim Jahresabschluss auf, sondern kostet bei jeder einzelnen Bestellung Geld.
Alle Zahlen in diesem Artikel sind Netto-Richtwerte aus vergleichbaren Projekten, Stand September 2026. Verbindlich wird ein Preis erst, wenn Artikelanzahl, Preislogik, Integrationen und Migrationsumfang geklärt sind — bei uns nach einem Scope-Workshop, danach als Festpreis in Etappen. Was hier bewusst fehlt, sind Aussagen darüber, was andere Anbieter verlangen, und Marktzahlen ohne nachprüfbare Quelle.
Kosten nach Projekttyp
Die folgende Aufstellung ordnet die drei Projekttypen ein, die uns am häufigsten begegnen. Shopify steht mit in der Tabelle, weil die Entscheidung gegen Shopware genauso oft die richtige ist wie die Entscheidung dafür — und weil der Preisunterschied ein Teil dieser Entscheidung ist. Wir entwickeln beide Plattformen selbst: als Shopware 6 Advanced Developer über die Runourcode GmbH in Langenzenn und als offizieller Shopify Partner.
| Projekttyp | Richtwert netto | Im Umfang enthalten | Go-Live |
|---|---|---|---|
| Shopify D2C | 12.000–25.000 € | Custom Theme auf schlanker Basis, Produktimport, Zahlungsanbieter und Versandzonen, Checkout-Optimierung, SEO-Basis | typisch 4–8 Wochen |
| Shopware 6 B2B | 25.000–60.000 € | Custom Theme in Twig und SCSS, mehrstufige Kategoriebäume, Facettensuche, Preisgruppen und Staffelpreise, B2B- und B2C-tauglicher Checkout | typisch 10–16 Wochen |
| Shop plus ERP-Integration | 35.000–80.000 € | zusätzlich Schnittstellen zu Warenwirtschaft und Marktplätzen, Warteschlangen und Job-Protokoll, Dashboard, Betriebshandbuch und Go-Live-Checkliste | abhängig von Anzahl und Zustand der Fremdsysteme |
Warum die Spannen so breit sind
Innerhalb eines Projekttyps ist viel Platz. Ein Shopware-6-Shop mit 800 Artikeln, zwei Preisgruppen und einem Standard-Zahlungsanbieter liegt am unteren Rand der Spanne. Ein Shop wie FeNau mit über 20.000 Metallbau-Artikeln, mehrstufigen Kategoriebäumen, einer Facettensuche nach Werkstoff, Abmessung und Maschenweite sowie zwei integrierten Konfiguratoren für Gitterrost und Schiebetor liegt am oberen. Beide sind Shopware 6, beide sind B2B — der Unterschied steckt im Datenmodell und in der Sortimentstiefe, nicht in der Plattform.
Die Projektdauer skaliert mit. Ein Shopify-D2C-Shop ist typisch in 4–8 Wochen live, ein Shopware-6-B2B-Projekt mit Migration liegt bei 10–16 Wochen, gerechnet ab freigegebenen Produktdaten. Der häufigste Verzögerungsgrund ist nach unserer Erfahrung nicht die Entwicklung, sondern unvollständige Artikeldaten auf Auftraggeberseite: fehlende Attribute, uneinheitliche Einheiten, Bilder ohne Zuordnung. Nach oben treibt dabei selten mehr Gestaltung, sondern mehr Logik — wer die Spanne senken will, streicht Funktionen, nicht Design.
Die Posten, die nicht im Entwicklungsangebot stehen
Ein Angebot über 40.000 € beschreibt die Entwicklung, nicht den Betrieb. Fünf Posten kommen regelmäßig dazu und werden in Budgetgesprächen regelmäßig übersehen. Wir nennen sie hier ohne konkrete Beträge, wo wir sie nicht belegen können: Lizenz- und Abopreise legt der jeweilige Hersteller fest, sie hängen von Edition und Tarifmodell ab und ändern sich unabhängig von uns.
- ·Shopware-Lizenz beziehungsweise Abo: Die Kosten liegen beim Hersteller und richten sich nach der gewählten Edition und dem Tarifmodell. Sie sind nicht Teil des Entwicklungspreises und gehören vor der Plattformentscheidung direkt bei Shopware erfragt.
- ·Hosting: Shopware 6 betreiben Sie selbst, sofern Sie keine gehostete Variante wählen. Die offizielle Dokumentation nennt Mindestanforderungen an PHP-Version, Datenbank und Arbeitsspeicher; geteiltes Webhosting im untersten Preissegment erfüllt sie in der Regel nicht.
- ·Zahlungsanbieter: Transaktionsgebühren fallen je Bestellung an, unabhängig von der Plattform. Im B2B kommen je nach Modell Kosten für Rechnungskauf, Bonitätsprüfung oder Factoring dazu.
- ·Erweiterungen aus dem Store: Plugins kosten einmalig oder im Abo und brauchen bei jedem Versionssprung eine Update-Prüfung. Jedes zusätzliche Plugin ist damit ein Posten in der Wartung, nicht nur im Einkauf.
- ·Wartung und Betrieb: Updates mit Testlauf vor dem Deployment, Verfügbarkeits-Monitoring und ein kleines Änderungsbudget. Dafür rechnen wir ab 150 € monatlich, je nach Umfang.
Vergleichen Sie Plattformen nicht über den Angebotspreis, sondern über die Gesamtkosten von drei Jahren: Entwicklung, Lizenz oder Abo, Hosting, Zahlungsgebühren, gekaufte Erweiterungen und Wartung.
Kostentreiber und ihre Auswirkung
Die folgenden sechs Faktoren bestimmen, wo in der Spanne ein Projekt landet. Die Beträge sind Erfahrungswerte aus vergleichbaren Vorhaben und beziehen sich auf den Entwicklungsaufwand, nicht auf laufende Kosten. Sie addieren sich nicht linear: Wer Konfiguratoren und Marktplätze gleichzeitig will, bekommt zusätzlich Abstimmungsaufwand zwischen beiden Welten.
| Kostentreiber | Auswirkung | Warum |
|---|---|---|
| Produktanzahl und Varianten | +3.000 bis 15.000 € | Nicht die Artikelzahl kostet, sondern die Attributstruktur dahinter: Mapping, Facetten, Filterlogik und Pflichtangaben je Warengruppe. Bei Varianten kommt die Frage hinzu, ob jede Kombination eine eigene Artikelnummer bekommt oder zur Laufzeit gerechnet wird. |
| B2B-Preislogik und Preisgruppen | +4.000 bis 12.000 € | Preisgruppen, Staffeln, kundenindividuelle Konditionen, Mindestbestellmengen und Nettodarstellung greifen ineinander. Jede Regel wird gegen echte Beispielrechnungen aus der Buchhaltung geprüft. |
| Migration und Redirects | +3.000 bis 12.000 € | Artikel, Varianten, Kundenkonten mit Preisgruppen und Bestellhistorie, dazu ein Staging-Abgleich und die vollständige Redirect-Map. Historische Daten rechnen wir nach Aufwand, weil die Qualität im Altsystem den Umfang bestimmt. |
| Konfiguratoren | +5.000 bis 20.000 € | Ein Konfigurator ist Software im Shop, keine Produktseite mit Auswahlfeldern. Regelwerk, Plausibilitätsprüfungen, Preisformel und Übergabe als Warenkorbposition bestimmen den Aufwand. |
| Marktplatz-Anbindungen | +6.000 bis 18.000 € je Marktplatz | Jeder Marktplatz hat eigene Kategoriebäume, Attributpflichten und Bestellabläufe. Der Aufwand liegt weniger in der Übertragung als im Mapping und im Betrieb: abgelehnte Importe, Retouren, Preisfehler. |
| Mehrsprachigkeit | abhängig vom Katalogumfang | Die Technik ist in Shopware 6 vorgesehen, der Aufwand liegt in den Inhalten: Kategorie- und Produkttexte, Attributwerte, Rechtstexte, Versandzonen und Steuerlogik je Zielmarkt. Wir nennen hier bewusst keinen Pauschalbetrag, weil er ohne Sortimentsgröße keine Aussage hätte. |
Die Migration ist das teuerste Überraschungsrisiko
Der Neubau ist kalkulierbar, der Umzug ist der Risikoposten. Das liegt daran, dass der Aufwand nicht von unserer Arbeit abhängt, sondern vom Zustand der Daten im Altsystem. Einheitliche Artikelnummern, saubere Varianten und vollständige Attribute machen eine Migration zu einem Skript mit Kontrolllauf. Gewachsene Sortimente mit Sonderfällen aus zehn Jahren machen sie zu einem Projekt im Projekt — deshalb rechnen wir diesen Teil nach Aufwand und schreiben das ausdrücklich ins Angebot.
Der zweite und häufigere Schaden ist die verlorene Sichtbarkeit. Alte Kategorie- und Produktadressen sind bei Google seit Jahren eingeführt und landen nach einem Umzug ohne Weiterleitungen auf Fehlerseiten. Was folgt, ist berechenbar: Fehlermeldungen in der Search Console, verlorene Rankings auf genau den Kategorieseiten, die Umsatz bringen, und ein Einbruch, der Monate zur Erholung braucht. Dieser Schaden ist teurer als die Migration selbst und vollständig vermeidbar.
Unser Vorgehen dagegen ist unspektakulär. Vor dem Umbau exportieren wir alle indexierten URLs aus der Search Console und aus einem Crawl, dazu die organischen Einstiegsseiten der letzten zwölf Monate. Daraus entsteht eine vollständige Redirect-Map: Jede alte Adresse zeigt per 301 auf ihr inhaltliches Gegenstück, nicht pauschal auf die Startseite. Parallel läuft ein Staging-Shop zum Datenabgleich, bevor der DNS-Wechsel kommt. Nach dem Go-Live folgt ein Monitoring-Fenster, das im Angebot enthalten ist.
Der Relaunch für Wilhelm Schweizer Zinnfiguren, eine Zinnmanufaktur aus Erlangen mit Produktion seit 1796, lief genau so: aus einem Legacy-Shop mit schwacher Mobile-Performance nach Shopware 6, mit Custom Theme in Twig und SCSS, saisonalen Sortimenten, SEO-freundlichen Kategorie- und Produkt-URLs und mehrsprachigem Checkout für DE und EN.
- ·Migriert werden Artikel, Varianten, Attribute und Medien, Kundenkonten inklusive Preisgruppen sowie die Bestellhistorie.
- ·Bestandsaufnahme aus Search Console, Crawl und Analytics vor dem Umbau, nicht danach.
- ·Vollständige 301-Matrix auf inhaltliche Gegenstücke statt Sammelweiterleitung auf die Startseite.
- ·Staging-Shop zum Datenabgleich vor dem DNS-Wechsel, mit Testbestellungen über alle Preisgruppen.
- ·Monitoring-Fenster nach dem Go-Live: Index-Abdeckung, Fehlerseiten, Rankings der Kategorieseiten, Ladezeiten aus Felddaten.
Planen Sie die Migration als eigenen Budgetposten mit eigener Abrechnungsart. Ein Festpreis auf historische Daten, die niemand vorher geprüft hat, ist entweder zu teuer oder wird im Projekt zum Streitfall.
B2B-Preislogik im Detail
Ein B2B-Shop ist kein D2C-Shop mit Gewerbe-Häkchen. Er muss Preisgruppen kennen, damit ein Fachbetrieb andere Konditionen sieht als ein Endkunde. Er muss Staffelpreise beherrschen, weil ab einer bestimmten Menge ein anderer Betrag gilt. Er muss kundenindividuelle Preise abbilden, die aus dem ERP kommen und im Shop nur angezeigt, nicht gepflegt werden. Und er muss netto rechnen, weil Einkäufer so kalkulieren, ohne die Bruttoausweisung zu verlieren, sobald ein Endkunde bestellt.
Dazu kommen Prozesse, die es im D2C gar nicht gibt: Freigaben für angemeldete Fachkunden, etwa für technische Zeichnungen, CAD-Dateien und Datenblätter, die nicht in den Suchindex gehören. Bestellfreigaben, wenn ein Mitarbeiter bis zu einem Limit bestellen darf und darüber der Einkauf zustimmen muss. Mindestbestellmengen und Verpackungseinheiten, die eine Eingabe von drei Stück auf eine Gebindegröße hochrechnen. Jede dieser Regeln ist einzeln trivial und im Zusammenspiel der Grund für den Preisunterschied zum D2C-Projekt.
Das ist auch der Punkt, an dem Baukastenlösungen ausscheiden. Nicht weil sie schlecht wären, sondern weil sie für einen anderen Fall gebaut sind: ein Preis, alle Kunden, gehosteter Checkout. Die Preisregel nachträglich über drei zugekaufte Apps hineinzubiegen, funktioniert bis zum nächsten Plattform-Update und erzeugt danach einen Fehler, den niemand einem einzelnen System zuordnen kann. Bei FeNau laufen Endkunden und Fachbetriebe deshalb über einen Checkout, in dem Netto- und Bruttosumme, Versandkosten und Steuer getrennt ausgewiesen sind.
Praktisch heißt das für Ihr Budget: Bringen Sie zum Scope-Workshop fünf bis zehn echte Beispielrechnungen aus der Buchhaltung mit, quer über Ihre Kundengruppen. Daran testen wir die Preislogik, bevor eine Oberfläche entsteht. Diese Stunden sind die am besten investierten im ganzen Projekt, weil ein Preisfehler im Livebetrieb pro Bestellung Geld kostet und oft erst nach Wochen auffällt.
- ·Preisgruppen je Kundensegment, Staffelpreise nach Menge und kundenindividuelle Konditionen aus dem ERP.
- ·Netto- und Bruttodarstellung getrennt in Warenkorb und Kasse, abhängig vom angemeldeten Kundentyp.
- ·Freigaben für angemeldete Fachkunden, etwa CAD-Daten, Normen und Datenblätter außerhalb des Index.
- ·Bestellfreigaben mit Limit, Mindestbestellmengen und Verpackungseinheiten als Teil der Preisregel.
- ·Testfälle aus echten Buchhaltungsbelegen, nicht aus Beispieldaten des Entwicklungssystems.
ERP-Anbindung: was sie kostet und was sie einspart
Ein Shop ohne Anbindung an die Warenwirtschaft erzeugt Arbeit, statt sie abzunehmen. Preise und Bestände werden zweimal gepflegt, Bestellungen per Hand ins ERP getippt, und die Fehlerquote ist nur noch eine Frage des Bestellvolumens. Der Zuschlag für die Integration liegt in unseren Projekten im Bereich von 10.000 bis 20.000 € gegenüber dem reinen Shop — das ist die Differenz zwischen der B2B-Spanne und der ERP-Spanne aus der ersten Tabelle.
Vor der Entwicklung klären wir, welches System je Datenfeld führend ist: Preise und Bestände kommen üblicherweise aus dem ERP, Beschreibungen und Bilder aus dem Shop oder einem PIM, Bestellungen laufen in die Gegenrichtung. Erst wenn diese Richtung schriftlich feststeht, wird die Schnittstelle gebaut. Ohne diese Festlegung entstehen Systeme, die sich gegenseitig überschreiben, und niemand kann sagen, welcher Wert stimmt. Angebunden haben wir unter anderem Microtech Büro+, SAP und DATEV — von der Bestellung bis zum Packtisch.
Technisch arbeiten wir mit Warteschlangen, Wiederholungen und einem Protokoll je Vorgang statt mit direkten Aufrufen, weil Fremdsysteme ausfallen und Nachtläufe abbrechen. Dasselbe Muster trägt Marktplätze: Der OBI-Connector koppelt Shopware 6 bidirektional an den OBI-Marktplatz auf Mirakl-Basis. Shopware bleibt führendes System und pusht Produkt, Preis und Bestand, Webhooks spielen Bestellungen und Retouren zurück, ein Dashboard zeigt Kennzahlen und Job-Log. Zur Übergabe gehören ein Betriebshandbuch und eine Go-Live-Checkliste.
Die Gegenrechnung führen Sie am besten selbst: Zählen Sie die Stunden, die heute monatlich in Preispflege, Bestandsabgleich und manueller Bestellerfassung stecken, und rechnen Sie sie auf drei Jahre hoch. Eine Bedingung bleibt: Wo die Datenqualität im ERP nicht stimmt, macht die Schnittstelle das Problem sichtbar, statt es zu lösen.
- ·Führendes System je Datenfeld schriftlich festlegen, bevor die erste Zeile Code entsteht.
- ·Synchronisation von Artikel, Preis, Bestand, Bestellung, Lieferschein und Rechnung in definierter Richtung.
- ·Warteschlangen, Wiederholungen und Job-Protokoll statt direkter Aufrufe zwischen zwei Systemen.
- ·Marktplatz-Feeds aus derselben Produktdatenbasis wie der Shop, mit eigenem Mapping je Kanal.
- ·Übergabe mit Dashboard, Betriebshandbuch und Go-Live-Checkliste, damit Betrieb ohne Agentur möglich ist.
Rechtliche Pflichten, die Budget kosten
Zwei Regelwerke haben die Anforderungen an Shops verschoben, und beide betreffen das Produktdatenmodell, nicht die Rechtstexte im Footer. Die EU-Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988 ist seit dem 13. Dezember 2024 anwendbar. Sie verlangt für Online-Angebote unter anderem Angaben zu Hersteller und verantwortlicher Person in der EU sowie Warnhinweise. Das sind Felder am Artikel, ausgegeben auf der Produktdetailseite — bei fünfstelligen Artikelzahlen eine Frage des Datenmodells und der Pflegeprozesse.
Der Budgetposten entsteht dort, wo diese Felder fehlen. Sie im Nachhinein in Freitexte zu schreiben, ist bei zweihundert Artikeln machbar und bei zwanzigtausend nicht mehr kontrollierbar. Wer migriert, sollte diese Attribute deshalb im selben Durchgang anlegen statt in einem zweiten Projekt.
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 und betrifft unter anderem Verbraucherangebote im elektronischen Geschäftsverkehr; für Dienstleistungen gibt es eine Ausnahme für Kleinstunternehmen. Ob Ihr Shop im Einzelfall darunterfällt, ist eine Rechtsfrage, die wir nicht beantworten. Technisch bauen wir Themes grundsätzlich mit ausreichenden Kontrasten, durchgängiger Tastaturbedienbarkeit, sichtbarem Fokus und beschrifteten Formularfeldern, weil Nachrüsten in einem fertigen Theme regelmäßig teurer ist als saubere Komponenten von Anfang an.
Dazu kommt die Einwilligung für Tracking. Analytics, Remarketing und Conversion-Pixel dürfen nach der DSGVO erst nach aktiver Zustimmung laden. Praktisch heißt das: Consent-Verwaltung, saubere Auslösung der Skripte und eine Entscheidung darüber, welche Messung serverseitig erfolgt. Wer das nach dem Go-Live nachbaut, hat entweder ein Rechtsrisiko oder ein Reporting mit Lücken — und in beiden Fällen keine belastbare Grundlage für Conversion-Optimierung.
- ·GPSR-Angaben als Artikelattribute modellieren und auf der Produktdetailseite ausgeben, nicht als Freitext pflegen.
- ·Barrierefreiheit im Theme von Anfang an: Kontraste, sichtbarer Fokus, Tastaturbedienung, beschriftete Formularfelder.
- ·Consent-Verwaltung und Tracking-Auslösung gehören in den Scope, nicht in die Nachbesserung.
- ·Bei einer Migration die Pflichtfelder im selben Durchgang anlegen statt in einem Folgeprojekt.
Förderung: Digitalbonus Bayern
Für bayerische Unternehmen kann der Digitalbonus einen Teil der Kosten tragen. Antragsberechtigt sind Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten und höchstens 10 Mio. € Umsatz oder Bilanzsumme; das Programm läuft nach aktuellem Stand bis zum 31.12.2027. Gefördert werden bis zu 50 % der Kosten, im Standard bis 7.500 €, in der Plus-Variante bis 30.000 €. Bei einem Shopware-6-B2B-Projekt am unteren Rand der Spanne verschiebt das die Eigenbeteiligung spürbar.
Entscheidend ist die Reihenfolge, und daran scheitern die meisten Anträge: Der Antrag muss vor der Auftragserteilung gestellt sein. Wer den Vertrag unterschreibt und danach fördern lassen will, ist mit diesem Vorhaben raus. Planen Sie die Antragsphase deshalb als eigene Etappe vor dem Projektstart ein und verschieben Sie den Scope-Workshop nicht dahinter — die technische Leistungsbeschreibung für den Antrag liefern wir vorab, ohne dass daraus ein Auftrag wird.
- ·Bayerische Unternehmen unter 50 Beschäftigte, höchstens 10 Mio. € Umsatz oder Bilanzsumme.
- ·Bis zu 50 % Zuschuss, Standard bis 7.500 €, Plus bis 30.000 €.
- ·Programmlaufzeit bis 31.12.2027 nach aktuellem Stand.
- ·Antrag zwingend vor der Auftragserteilung, sonst entfällt die Förderfähigkeit des Vorhabens.
Wie Sie ein Shop-Budget realistisch planen
Die verlässlichste Methode ist, das Projekt in Etappen zu schneiden und nur die erste verbindlich zu machen. Wir beginnen mit einem Scope-Workshop, aus dem ein Dokument mit Plattformempfehlung, Schnittstellenliste, Datenmodell und Festpreis entsteht. Erst danach fällt eine Zahl, die etwas wert ist. Alles, was vor dieser Klärung als Preis genannt wird — von uns oder von anderen — ist eine Schätzung auf Basis unvollständiger Informationen.
Danach rechnen wir in Etappen ab, die an sichtbare Zwischenstände gekoppelt sind: Konzept und Design, Entwicklung und Migration, Launch und Monitoring. Wenn nach der zweiten Etappe klar wird, dass ein Modul anders zugeschnitten gehört, ist das eine Entscheidung und kein Nachtrag. Ein offener Stundenzettel verschiebt dieses Risiko vollständig zu Ihnen, ein Festpreis ohne Scope vollständig zu uns.
Für die Planung hilft eine klare Trennung: Was muss zum Go-Live funktionieren, damit verkauft werden kann, und was kann ins zweite Jahr? Verkaufen können Sie mit Kategoriebaum, Suche, Preislogik, Checkout und ERP-Anbindung. Verschiebbar sind in den meisten Projekten zusätzliche Sprachen, weitere Marktplätze, Konfiguratoren für Randsortimente, Content-Hub und A/B-Tests. Diese Reihenfolge kostet nichts und senkt das Startbudget oft um ein Viertel.
Und rechnen Sie das zweite Jahr von Anfang an mit. Ein Shop ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein System mit Versionssprüngen. Ein nicht gepflegter Shop ist nach zwei bis drei Jahren nicht mehr wirtschaftlich aktualisierbar, weil zu viele Updates gleichzeitig anstehen. Wartung, Hosting, Lizenz und ein kleines Änderungsbudget gehören deshalb in dieselbe Tabelle wie der Entwicklungspreis, nicht in eine Fußnote darunter.
- ·Scope-Workshop vor dem Festpreis, mit Plattformempfehlung, Schnittstellenliste und Datenmodell als Ergebnis.
- ·Abrechnung in Etappen, gekoppelt an sichtbare Zwischenstände statt an einen offenen Stundenzettel.
- ·Go-Live-Umfang auf Verkaufsfähigkeit begrenzen: Kategoriebaum, Suche, Preislogik, Checkout, ERP.
- ·Ins zweite Jahr verschiebbar: weitere Sprachen, zusätzliche Marktplätze, Konfiguratoren für Randsortimente, Content-Hub.
- ·Betriebskosten für drei Jahre in dieselbe Tabelle schreiben wie den Entwicklungspreis.
Ein realistisches Shop-Budget besteht aus drei Zahlen: Festpreis für den verkaufsfähigen Go-Live, Aufwandsbudget für die Migration und ein Jahresbetrag für Betrieb und Weiterentwicklung.
Quellen
- Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit (GPSR), anwendbar seit 13.12.2024 — EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, 2023
- Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), gilt seit 28.06.2025 — gesetze-im-internet.de, Bundesministerium der Justiz, 2025
- Digitalbonus Bayern — Fördervoraussetzungen, Höchstbeträge und Antragsverfahren — Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, 2026
- Shopware 6 — Systemanforderungen für den Betrieb (PHP, Datenbank, Arbeitsspeicher) — Shopware AG, offizielle Entwicklerdokumentation, 2026
Häufige Fragen zum Thema
Netto typisch 25.000–60.000 € für einen B2B-Shop mit Custom Theme, Preisgruppen und Staffelpreisen. Ein D2C-Shop ohne komplexe Integration liegt bei 12.000–25.000 €, ein Shop mit angebundener Warenwirtschaft und Marktplatz-Feeds bei 35.000–80.000 €. Alle Werte sind unverbindliche Richtwerte, Stand September 2026; den Festpreis nennen wir nach dem Scope-Workshop. Die Aufschlüsselung steht unter /kosten/onlineshop-entwicklung.
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