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KI-Beratung im Mittelstand: wann sie sich lohnt

KI-Beratung im Mittelstand: wann sie sich lohnt

KI-Beratung lohnt sich genau dann, wenn Sie mindestens einen Prozess benennen können, der messbar Zeit oder Fehlerkosten verursacht, aber nicht beurteilen können, ob KI dort das richtige Werkzeug ist. Als hartes Kriterium: Nennen Sie einen Prozess mit Vorgangsmenge pro Monat und ungefährer Dauer je Vorgang — gelingt das für keinen einzigen Prozess, steht eine Prozessaufnahme an und keine KI-Beratung. Ist die Werkzeugentscheidung dagegen schon gefallen, brauchen Sie einen Umsetzungspartner und keine Analyse, die das Ergebnis nachträglich begründet.

· Aktualisiert: · 14 Min. Lesezeit · David De Matteo

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • ·Die Regel in einem Satz: Beratung klärt die Werkzeugfrage, nicht die Prozessfrage. Wer den Prozess noch nicht kennt, kauft eine Prozessaufnahme zum Beratungspreis.
  • ·KI-Beratung verbrennt Geld, wenn die Datenlage lückenhaft ist, wenn niemand für den Prozess verantwortlich zeichnet oder wenn das Ziel ein Strategiepapier ist statt eines veränderten Ablaufs.
  • ·Viele als KI-Fall verkaufte Aufgaben sind deterministische Regelprobleme. Dort ist klassische Automatisierung schneller, billiger und prüfbar — das gehört in jede ehrliche Beratung als mögliches Ergebnis.
  • ·Preisrahmen: Use-Case-Workshop 1.900–3.500 €, KI-Audit mit Roadmap 4.500–9.500 €, begleitete Einführung ab 9.500 €. Die Umsetzung eines einzelnen Workflows beginnt bei 3.000 €.
  • ·Rechtlicher Rahmen: Die Verordnung (EU) 2024/1689 gilt seit dem 1. August 2024 in Stufen; die Pflicht zu ausreichender KI-Kompetenz besteht seit dem 2. Februar 2025, weitere Pflichten greifen ab dem 2. August 2026.
  • ·Der Digitalbonus Bayern kann bis zu 50 % bezuschussen, läuft bis 31.12.2027 — der Antrag muss aber vor der Auftragserteilung gestellt sein, sonst entfällt die Förderfähigkeit endgültig.

Die Entscheidungsregel in drei Sätzen

Die Frage nach KI-Beratung kommt fast immer in derselben Situation auf: In der Geschäftsführung steht ein Ziel im Raum, in den Fachabteilungen stehen Prozesse, und dazwischen fehlt eine Übersetzung. Dann liegt der Reflex nahe, jemanden zu holen, der das sortiert. Ob das die richtige Ausgabe ist, hängt an einer einzigen Unterscheidung — und die lässt sich in zwei Minuten prüfen, bevor irgendein Angebot eingeholt wird.

Die Regel lautet: KI-Beratung lohnt sich, wenn Sie wissen, welcher Prozess Zeit kostet, aber nicht wissen, ob KI dort das richtige Werkzeug ist. Sie lohnt sich nicht, wenn noch keine Prozessaufnahme existiert — dann ist die Prozessaufnahme das Projekt, und die ist deutlich günstiger zu haben als ein KI-Audit. Und sie lohnt sich erst recht nicht, wenn Sie einen Anbieter suchen, der eine bereits getroffene Entscheidung bestätigt.

Wir legen offen, dass dieser Artikel von jemandem kommt, der KI-Beratung verkauft. Genau deshalb steht hier, wann sie überflüssig ist: Ein Audit, dessen Empfehlung ein Jahr später niemand umgesetzt hat, kostet uns die Referenz und Sie das Budget. Die Leistungsbeschreibung steht unter /ki-beratung, die Umsetzung getrennt davon unter /ki-automatisierung.

Beratung klärt die Werkzeugfrage, nicht die Prozessfrage. Wer den Prozess noch nicht beschreiben kann, bezahlt einen Beratungssatz für eine Aufgabe, die intern günstiger und meist besser erledigt wird.

Wann KI-Beratung Geld verbrennt

Es gibt vier Ausgangslagen, in denen eine Beratung mit hoher Wahrscheinlichkeit folgenlos bleibt. Sie haben nichts mit der Qualität des Beraters zu tun, sondern mit der Verfassung des Unternehmens zum Zeitpunkt der Beauftragung. Wer eine davon erkennt, sollte sie zuerst beseitigen — das kostet Wochen, aber keine fünfstellige Summe.

Die erste ist die Datenlage. Ein Sprachmodell macht aus unvollständigen Daten keine vollständigen, es macht daraus flüssig formulierte unvollständige Aussagen. Wenn Artikel-, Kunden- oder Dokumentdaten in drei Systemen mit widersprüchlichen Attributen und ohne benannte Pflegeverantwortung liegen, liegt der Aufwand in der Datenbereinigung. Das ist ein Datenprojekt, und es lässt sich nicht durch die Auswahl eines Modells abkürzen.

Die zweite ist die fehlende Prozessverantwortung. Ein automatisierter Ablauf ist Software: Jemand muss auf Fehlermeldungen reagieren, Modellwechsel des Anbieters bemerken und nachziehen, wenn sich ein Formular ändert. Ist diese Rolle niemandem zugewiesen, veraltet jede Empfehlung still. Die dritte ist das Zielbild Strategiepapier: Wenn am Ende ein Dokument steht und kein veränderter Ablauf, wurde ein Dokument gekauft.

Die vierte Lage ist die unangenehmste: KI als Vorgabe von oben, ohne dass ein Problem benannt ist. Dann suchen Fachabteilungen rückwärts nach einem Anwendungsfall, der zum Auftrag passt, statt vorwärts nach dem Prozess, der am meisten kostet. Das Ergebnis ist regelmäßig der sichtbarste Use-Case, nicht der wirtschaftlichste — und der sichtbarste ist im Mittelstand fast immer der Chatbot.

  • ·Daten liegen verteilt, widersprüchlich und ohne Pflegeverantwortung vor: Erst die führende Quelle festlegen, dann über KI sprechen.
  • ·Für den betroffenen Prozess gibt es keinen Verantwortlichen, der nach dem Projekt zuständig bleibt.
  • ·Als Ergebnis ist ein Strategiepapier vereinbart, nicht ein Prozess, der danach anders läuft.
  • ·Der Anlass ist ein Auftrag aus der Geschäftsführung ohne benanntes Problem — dann ist die erste Aufgabe, ein Problem zu finden, nicht ein Werkzeug.
  • ·Der eigentliche Zweck ist ein Förderantrag. Förderung ist ein Nebeneffekt eines sinnvollen Vorhabens, nie sein Grund.

Woran Sie erkennen, dass Sie Umsetzung brauchen und keine Beratung

Der häufigste vermeidbare Umweg im Mittelstand ist der Strategieworkshop für ein Problem, das längst entschieden ist. Wenn ein Prozess benannt ist, die Systeme feststehen, ein Mensch die Freigabe verantwortet und die Mengen bekannt sind, existiert nichts mehr zu priorisieren. Dann ist die Analyse eine Wiederholung dessen, was im Unternehmen ohnehin bekannt ist, und das Geld fehlt anschließend im Bau.

Ein Beispiel aus unserer Praxis: Anfragen aus dem Webformular sollen entdoppelt, dem richtigen Vertriebsgebiet zugeordnet, im CRM angelegt und nach 48 Stunden ohne Reaktion erinnert werden. Hier gibt es keine strategische Frage, sondern eine Schnittstellenfrage, eine nach der Fehlerbehandlung und die, ob das Freitextfeld überhaupt ein Modell braucht. Dafür genügt ein Scope-Gespräch.

  • ·Sie können den Auslöser des Prozesses in einem Satz benennen: eine Mail, ein Formulareingang, ein Zeitplan, ein Webhook.
  • ·Die beteiligten Systeme stehen fest, und jemand kennt deren Schnittstellen oder kann sie beschaffen.
  • ·Es gibt eine Person, die das Ergebnis freigibt, und diese Person ist bekannt.
  • ·Sie kennen die ungefähre Vorgangsmenge pro Monat — auch eine belastbare Schätzung aus dem Bestand reicht.
  • ·Es gibt keinen ungeklärten Rechtspunkt: Keine Entscheidung mit erheblicher Wirkung auf Personen, keine besonderen Datenkategorien im Spiel.

Was eine seriöse KI-Beratung liefert

Das Wort Beratung deckt sehr unterschiedliche Leistungen ab, deshalb hilft nur die Frage nach den Ergebnissen. Ein brauchbares Ergebnis ist etwas, das eine Entscheidung ermöglicht oder eine Prüfung besteht. Eine Roadmap ohne Priorisierung nach Aufwand und Wirkung ist kein Ergebnis, sondern eine Liste — und eine Liste hat vorher auch existiert, nur ohne Rechnung dafür.

Die folgende Aufstellung ist der Zuschnitt, mit dem wir arbeiten, mit Dauerangaben aus eigenen Projekten. Die Dauer ist dabei Arbeitszeit, nicht Kalenderzeit: Der häufigste Verzögerungsgrund in der Praxis ist nicht die Analyse, sondern die Verfügbarkeit der Gesprächspartner aus den Fachabteilungen.

LeistungKonkretes ErgebnisTypische Dauer
ProzessaufnahmeIst-Ablauf mit gezählten Schritten und Systemwechseln, Vorgangsmenge pro Monat, Dauer je Vorgang, Fehlerquote aus einer Stichprobe3–8 Arbeitstage
Use-Case-BewertungJeder Kandidat bewertet nach Häufigkeit, Fehlerkosten, Datenlage und Freigabeverantwortung — Ergebnis ist eine Rangfolge, keine Sammlung2–4 Arbeitstage
WerkzeugentscheidungJe Prozessschritt festgelegt: Regel oder Modell, Hosting-Variante mit Kostenfolge, benannte Wechselkosten bei späterem Anbieterwechsel2–5 Arbeitstage
Rechtliche EinordnungRisikoklasse je Use-Case nach Verordnung (EU) 2024/1689 mit schriftlicher Begründung, dazu Prüfung nach Art. 22 und Art. 28 DSGVO2–5 Arbeitstage
RoadmapReihenfolge über 90 Tage mit Aufwand und erwarteter Wirkung je Schritt, plus begründete Liste der Use-Cases, die bewusst nicht kommen3–5 Arbeitstage
Pilot-ZuschnittErfolgskriterium vor dem Bau festgelegt, erhobene Ausgangswerte, definierte Abbruchbedingung und Festpreis-Rahmen für die Umsetzung1–3 Arbeitstage
Richtwerte aus eigenen Projekten, angegeben als Arbeitstage. Kalenderdauer liegt je nach Verfügbarkeit der Fachabteilungen deutlich höher.

Regel oder Modell — die Frage, die zuerst beantwortet werden muss

Der teuerste vermeidbare Fehler in KI-Projekten ist ein Sprachmodell für eine Aufgabe, die eine Regel besser löst. Ein Modell, das Bestellungen nach Kundennummer sortiert, erzeugt laufende Verbrauchskosten und ein nicht deterministisches Ergebnis für eine Aufgabe, die eine Datenbankabfrage kostenlos und immer gleich erledigt. Vieles, was als KI-Fall vorgestellt wird, ist bei näherem Hinsehen ein Regelproblem mit einem unübersichtlichen Ablauf davor.

Die Unterscheidung läuft nicht über die Branche und nicht über die Größe des Unternehmens, sondern über die Form der Eingabe. Kommt sie strukturiert aus einem System, gewinnt die Regel. Kommt sie als Freitext, PDF, Scan oder Foto, gewinnt das Modell — unter der Bedingung, dass hinter der Einschätzung ein Prüfschritt steht. In fast jedem realen Projekt kommen beide Formen vor, die eigentliche Beratungsleistung ist deshalb die Grenzziehung innerhalb eines Ablaufs.

Merkmal des ProzessschrittsRegel-AutomatisierungSprachmodell
Eingabe kommt strukturiert aus einem SystemRichtige Wahl: deterministisch, ohne VerbrauchskostenLaufende Kosten ohne inhaltlichen Vorteil
Eingabe ist Freitext, PDF, Scan oder FotoScheitert an der FormatvielfaltKernfall, mit Validierung der Ausgabe dahinter
Ergebnis muss reproduzierbar seinGleiche Eingabe führt immer zum gleichen ErgebnisNicht garantiert — Protokoll und Freigabe werden Pflicht
Preis-, Mengen- oder FristberechnungPflicht, Determinismus ist nicht verhandelbarUngeeignet, auch wenn es in der Demo funktioniert
Prüfbarkeit durch die FachabteilungDie Regel ist lesbar und ohne KI-Kenntnisse nachvollziehbarNur über Stichprobe und Protokoll von Eingabe und Ausgabe
Laufende KostenHosting, kaum volumenabhängigAbrechnung nach Token, also nach Länge von Ein- und Ausgabe
Entschieden wird je Prozessschritt, nicht je Projekt. Die meisten Abläufe enthalten beides — die Frage ist, wo die Grenze liegt.

Eine Beratung, die für jeden geprüften Schritt ein Modell empfiehlt, hat nicht geprüft. Das häufigste belastbare Ergebnis einer ehrlichen Analyse ist ein gemischter Ablauf mit genau einem Modellschritt darin.

Die EU-KI-Verordnung ist kein optionales Kapitel

Die Verordnung (EU) 2024/1689 ist am 1. August 2024 in Kraft getreten und wird in Stufen anwendbar. Für ein mittelständisches Vorhaben sind drei Daten relevant, und alle drei haben praktische Folgen für den Projektumfang — nicht nur für ein Compliance-Dokument, das danach niemand liest.

Für die Kostenfrage heißt das: Die Verordnung verteuert ein Vorhaben nicht pauschal, sondern abhängig vom Anwendungsbereich. Bei unkritischen Anwendungen bleibt der Zusatzaufwand eine dokumentierte Begründung je Use-Case. Bei Personal- und Zugangsentscheidungen verschiebt sie den Projektumfang so deutlich, dass die Wirtschaftlichkeitsrechnung neu aufgemacht gehört — manchmal mit dem Ergebnis, den Fall bewusst nicht zu automatisieren.

DatumWas giltFolge für ein Projekt
01.08.2024Die Verordnung ist in Kraft getreten und wird gestaffelt anwendbarDie Einordnung gehört vor den Bau, weil sie über Dokumentationsaufwand und damit über den Preis entscheidet
02.02.2025Verbote unzulässiger Praktiken sowie die Pflicht zu ausreichender KI-Kompetenz beim bedienenden PersonalSchulung ist kein Nice-to-have mehr, sondern eine nachweisbare Pflicht — mit Inhalt und Teilnehmerliste
02.08.2026Weitere Pflichten greifen, unter anderem für Hochrisiko-SystemeBewerbervorauswahl, Beschäftigtenbewertung und Zugangsentscheidungen brauchen Risikomanagement, Datenqualität, Protokollierung und menschliche Aufsicht
Quelle: EUR-Lex, CELEX 32024R1689. Maßgeblich ist der Verordnungstext, nicht die Zusammenfassung eines Anbieters.

DSGVO: vier Punkte, die vor dem Pilot geklärt sein müssen

Die Datenschutz-Grundverordnung, Verordnung (EU) 2016/679, gilt unabhängig von der KI-Verordnung und ist im Projektalltag der häufigere Stolperstein. Sie wird selten grundsätzlich verletzt, sondern schleichend: Ein Feld zu viel im Prompt, ein Anbieter ohne Vertrag, ein Protokoll ohne Löschfrist. Nachträglich zu reparieren heißt meist, den Datenfluss neu zu bauen.

Die Prüfung nach Art. 22 ist dabei die folgenreichste. Betroffene haben das Recht, nicht einer ausschließlich auf automatisierter Verarbeitung beruhenden Entscheidung unterworfen zu werden, die ihnen gegenüber rechtliche Wirkung entfaltet oder sie in ähnlicher Weise erheblich beeinträchtigt. Für den Bau ist das eine Architekturvorgabe: Der Ablauf bereitet vor, ein Mensch entscheidet. Entscheidend ist, dass die prüfende Person Zeit und Information hat, die Entscheidung wirklich zu beurteilen — ein Freigabeknopf ohne Kontext erfüllt den Zweck nicht.

  • ·Art. 22 DSGVO: Jede Entscheidung mit erheblicher Wirkung auf Personen braucht eine Freigabestufe, die tatsächlich prüfen kann und nicht nur bestätigt.
  • ·Art. 28 DSGVO: Mit jedem Anbieter, der personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nötig — auch und gerade bei US-Modellanbietern, inklusive der Frage nach Subunternehmern und Verarbeitungsort.
  • ·Datenminimierung: Vor dem Prompt klären, welche Felder überhaupt mitgeschickt werden müssen. Häufig lässt sich der personenbezogene Anteil vorher entfernen oder pseudonymisieren, und dann entfällt ein Teil der Diskussion.
  • ·Zweckbindung: Daten, die für die Auftragsabwicklung erhoben wurden, dürfen nicht ohne Weiteres zur Modellverbesserung oder für ein Nebenprodukt genutzt werden. Die Anbieterkonditionen dazu gehören gelesen, nicht angenommen.

Was KI-Beratung kostet und in welcher Form

Zwei Preisebenen gehören getrennt: die Beratung und die Umsetzung. Die Beratung ist die kleinere Position, und das sollte sie auch bleiben. Eine brauchbare Faustregel: Übersteigt der Beratungsaufwand den Rahmen des ersten Piloten, stimmt der Zuschnitt nicht — dann wird eine Entscheidung vorbereitet, die teurer ist als ihre Umsetzung.

Bei uns wird der Audit-Anteil angerechnet, wenn die Umsetzung innerhalb von sechs Monaten beauftragt wird. Das ist keine Großzügigkeit, sondern eine Absicherung gegen das Muster, in dem Analyse ein eigenes Geschäftsmodell wird. Abgerechnet wird als Festpreis nach dem Kickoff, nicht über einen offenen Tagessatz-Stapel.

FormatPreisrahmenWofür es passt
Use-Case-Workshop1.900–3.500 €Mehrere Kandidaten, unklare Priorität. Ein bis zwei Termine, danach eine Entscheidung
KI-Audit mit Roadmap4.500–9.500 €Mehrere Abteilungen, Ausgangswerte aus dem Bestand, Architektur- und Rechtsfragen offen
Begleitete Einführungab 9.500 €Audit plus fachliche Begleitung des ersten Piloten bis zum produktiven Betrieb, inklusive Schulung
Umsetzung: einzelner Workflow3.000–8.000 €Ein benannter Prozess in n8n, produktiv mit Monitoring — Prozessaufnahme meist im Umfang
Umsetzung: Assistent auf eigenen Daten8.000–25.000 €Retrieval auf dem eigenen Dokumentenbestand mit Fundstelle je Antwort und Datenschutzprüfung
Umsetzung: Prozess-Suite15.000–40.000 €Mehrere verbundene Workflows über Abteilungsgrenzen, mit Schulung und gemeinsamer Betriebssicht
Nettopreise, Stand September 2026. Laufende LLM-API-Kosten werden nach Verbrauch abgerechnet und sind nicht enthalten. Richtwerte und Kostentreiber unter /kosten/ki-automatisierung.

Beratung intern oder extern

Die ehrlichste Alternative zu einem externen Berater ist ein eigener Mitarbeiter mit echter Freistellung. Er kennt die Prozesse ohne Interviews, weiß, welche Ausnahme wie behandelt wird, und bleibt nach dem Projekt im Haus. In Unternehmen mit einem technisch interessierten Menschen in der Verwaltung oder IT ist das häufig der bessere Weg — vorausgesetzt, die Freistellung ist real und in Tagen pro Woche schriftlich festgelegt.

Die interne Lösung scheitert regelmäßig an derselben Stelle: Die Freistellung ist mündlich zugesagt, das Tagesgeschäft bleibt vollständig bestehen, und nach sechs Wochen liegt der Stand bei drei angefangenen Tests. Ohne Mandat ist zudem niemand befugt, einer Abteilung zu sagen, dass ihr Wunsch-Use-Case nicht kommt. Genau diese Absage ist aber der Kern des Ergebnisses.

  • ·Intern besser: Es gibt eine Person mit Prozesskenntnis, die für ein bis zwei Tage pro Woche schriftlich freigestellt wird und ein Mandat der Geschäftsführung hat.
  • ·Extern besser: Die Priorisierung ist zwischen Abteilungen strittig und braucht jemanden ohne Interesse am Ausgang.
  • ·Extern besser: Rechtliche Einordnung nach KI-Verordnung und DSGVO steht an und im Haus gibt es dafür keine Erfahrung.
  • ·Extern besser: Es fehlt ein Vergleichsmaßstab dafür, was ein vergleichbares Vorhaben anderswo gekostet hat und wie lange es gedauert hat.
  • ·Kombination: Der interne Verantwortliche führt das Vorhaben, extern kommen nur Werkzeugentscheidung, rechtliche Einordnung und Aufwandsschätzung dazu. Das ist der kleinste sinnvolle Zuschnitt.

Der Pilot: Bedingungen, unter denen er nicht scheitert

Ob ein Pilot am Ende etwas entscheidet, hängt weniger an der Technik als am Zuschnitt. In unseren Projekten ist das wiederkehrende Muster nicht der technische Fehlschlag, sondern der Pilot, der parallel zum Tagesgeschäft lief: eigene Datenkopie, Ergebnisse in einer separaten Tabelle, keine Verpflichtung zur Nutzung. Eine Quote nennen wir dazu bewusst nicht, weil belastbare Zahlen dafür nicht existieren — die Bedingungen lassen sich aber vorher prüfen.

Daraus folgt ein einfacher Test vor dem Start: Wenn der Pilot morgen abgeschaltet wird, merkt es dann jemand im Tagesgeschäft? Lautet die Antwort nein, ist es kein Pilot, sondern eine Machbarkeitsstudie — auch eine legitime Ausgabe, aber sie beantwortet eine andere Frage und sollte entsprechend kleiner ausfallen.

  • ·Das Erfolgskriterium steht vor dem Bau fest und ist eine Zahl aus dem Bestand: Vorgänge pro Monat, Dauer je Vorgang, Fehlerquote in einer Stichprobe.
  • ·Die Abbruchbedingung ist ebenfalls vorher festgelegt, inklusive Datum. Ein Pilot ohne definiertes Ende läuft nicht aus, er versandet.
  • ·Der Pilot arbeitet mit echten Daten aus dem Livesystem, zunächst ohne Schreibzugriff — nicht mit einem bereinigten Export, der im Alltag so nie vorkommt.
  • ·Es gibt genau einen verantwortlichen Menschen mit Namen, nicht eine Abteilung und nicht eine Projektgruppe.
  • ·Der Freigabeschritt ist Teil des Prozesses, nicht ein optionaler Zusatz, den man im Stress überspringt.

Ein Pilot, dessen Abschaltung niemandem auffallen würde, war kein Pilot. Die Bedingung dafür wird nicht am Ende hergestellt, sondern im Zuschnitt — deshalb ist der Pilot-Scope die wichtigste Seite des Beratungsergebnisses.

Digitalbonus Bayern: Reihenfolge entscheidet

Für bayerische Unternehmen kommt der Digitalbonus als Zuschuss infrage. Das Programm läuft bis zum 31.12.2027 und richtet sich an Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten und höchstens 10 Mio. € Umsatz oder Bilanzsumme. Gefördert werden bis zu 50 % der förderfähigen Ausgaben, im Standard bis 7.500 €, in der Plus-Variante bis 30.000 €.

Der Punkt, an dem es in der Praxis scheitert, ist nicht die Antragstellung, sondern die Reihenfolge. Als Projektbeginn gilt bereits die rechtsverbindliche Bestellung oder Auftragserteilung, auch mündlich. Wer erst beauftragt und dann den Antrag stellt, ist nicht mehr förderfähig, und das lässt sich nachträglich nicht heilen. Wir terminieren die Auftragserteilung deshalb nach der Antragseingangsbestätigung und liefern die technische Leistungsbeschreibung als Anlage.

  • ·Antrag zwingend vor der Auftragserteilung. Projektbeginn ist die rechtsverbindliche Bestellung, nicht der erste Arbeitstag.
  • ·Einreichung online über das ELSTER-Unternehmenskonto bei der zuständigen Bezirksregierung.
  • ·Pro Monat gilt ein festes Antragskontingent. Ist es ausgeschöpft, geht es erst im Folgemonat weiter — das ist in der Zeitplanung einzukalkulieren.
  • ·Die Plus-Variante verlangt einen detailliert beschriebenen Neuheitsgrad; in Grenzfällen entscheidet ein Expertengremium der Bezirksregierung.
  • ·Über Bewilligung und Höhe entscheidet allein die Bezirksregierung. Wir liefern die technische Leistungsbeschreibung, machen aber keine Förderberatung im engeren Sinn.

Fünf Fragen als Entscheidungsleitfaden

Die folgenden fünf Fragen lassen sich in einer Sitzung beantworten, ohne externe Beteiligung. Jede hat eine Konsequenz, die unabhängig von den anderen gilt. Wenn schon die erste mit nein beantwortet wird, ist die Reihenfolge klar und der Rest muss nicht geprüft werden.

  • ·Können Sie einen Prozess mit Vorgangsmenge pro Monat und ungefährer Dauer je Vorgang benennen? Wenn nein: Prozessaufnahme zuerst, intern oder als kleiner separater Auftrag — keine KI-Beratung.
  • ·Gibt es eine Person, die nach dem Projekt für diesen Prozess verantwortlich bleibt? Wenn nein: Die Rolle zuerst besetzen. Ohne sie veraltet jede Umsetzung still.
  • ·Ist die Eingabe des kritischen Schritts strukturiert oder Freitext? Wenn strukturiert: klassische Automatisierung beauftragen und das Thema KI an dieser Stelle schließen.
  • ·Hängt an der Entscheidung eine erhebliche Wirkung auf Personen, etwa bei Bewerbern, Beschäftigten oder Zugang zu Leistungen? Wenn ja: Aufwand für Einordnung, Protokollierung und Aufsicht einplanen oder den Use-Case bewusst nicht automatisieren.
  • ·Ist die Werkzeugentscheidung bereits gefallen? Wenn ja: Umsetzungspartner suchen. Eine Analyse, die ein feststehendes Ergebnis bestätigt, ist eine Rechnung ohne Gegenwert.

Quellen

  1. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung) — Anwendungszeitpunkte, verbotene Praktiken, KI-Kompetenz — EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (CELEX 32024R1689), 2024
  2. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO) — Art. 22 automatisierte Einzelentscheidungen, Art. 28 Auftragsverarbeitung — EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (CELEX 32016R0679), 2016
  3. Digitalbonus Bayern — Förderprogramm, Voraussetzungen, Fördersätze und Laufzeit bis 31.12.2027 — Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, 2026
KI-AUTOMATISIERUNG

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FAQ

Häufige Fragen zum Thema

An zwei Punkten: Sie können für keinen einzigen Prozess sagen, wie viele Vorgänge pro Monat durchlaufen und wie lange einer heute dauert — oder die Daten, um die es geht, liegen verteilt und widersprüchlich in mehreren Systemen ohne benannte Pflegeverantwortung. In beiden Fällen ist die Vorarbeit intern günstiger und meist besser zu leisten. Eine Beratung darauf zu setzen heißt, einen Beratungssatz für eine Bestandsaufnahme zu bezahlen.

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Beschreiben Sie Ziel und Rahmen — Sie bekommen eine Einschätzung zu Umfang, Dauer und Budget, bevor irgendetwas beauftragt wird.